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Keine Zeit für falsche Vorwürfe

Mit Kopfschütteln habe ich die Äußerung von OB Saxe (SPD) zum jüngsten Alkohol-Exzess in der Türkei zur Kenntnis genommen. In dieser wirft er dem betreuenden Lehrer vor, seine Aufsichtspflicht eklatant verletzt zu haben.

Damit wälzt er die Verantwortung vorschnell auf die Lehrerschaft ab. Vielmehr muss man sich die Frage stellen, warum sich insgesamt sieben junge Erwachsene bis zur Besinnungslosigkeit betrunken haben und Einer dabei sogar auf tragische Weise gestorben ist.

Der betreuenden Lehrer hatte bei einer Klasse, die „diszipliniert und leistungsbereit“ ist, jedenfalls im Vorfeld keinen Grund zur erhöhten Vorsicht.

Dass das anschließend ausgesprochene Alkoholverbot nicht eingehalten wurde, ist dem Lehrer nicht vorzuwerfen.

Aus meiner eigenen Schulzeit weiß ich, dass man sich immer Alkohol beschaffen konnte, wenn man es wirklich wollte, denn 100%-ige Kontrolle können und sollten Lehrer auch nicht ausüben. Und bei 18 bis 21-jährigen schon gar nicht.

Deshalb streifen die Überlegungen des OB, mehr als einen Lehrer mit auf die Klassenfahrt zu schicken das Kernproblem bestenfalls am Rande.

Vielmehr sollte der Umgang mit Alkohol als Genussmittel, aber auch als Rauschmittel thematisiert werden.

Prävention und frühzeitige Aufklärung sind hier die Stichwörter und müssen schon früh in der Familie erfolgen, wenn die Jugendlichen die ersten Erfahrungen mit Alkohol machen.

Die Schule kann dabei nur als ergänzendes Element tätig sein.

Dem betreuenden Lehrer für den Tod des Schülers verantwortlich zu machen, halte ich daher für nicht angemessen.

Unterm Strich bleibt zu sagen, dass nur das gut abgestimmte Zusammenspiel zwischen Familie, Schule und Politik dazu führen können, dass sich so etwas nicht so schnell und so oft wiederholt.

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