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Rat Lingen: Klares Votum für den Bau der Emslandarena
Verfasst von Christian Rademaker unter Emsland am 30. Mai 2009
Lingener Tagespost – Lokales am 30.05.2009
Planungen für den Standort Frerener Straße laufen an – Oberbürgermeister soll mit einem Brief die Bürger informieren.
bm Lingen. Mit einem klaren Votum, bei zwei Gegenstimmen, befürwortete am Donnerstagabend der Rat der Stadt Lingen, dass die Emslandarena an der Frerener Straße gebaut werden soll. Daneben wurde die Verwaltung beauftragt, ein Finanzierungskonzept zu entwerfen, dessen Gesamtvolumen 25 Millionen Euro netto (ohne Grundstückkosten) nicht überschreiten dürfe.
Noch einmal umriss Oberbürgermeister Heiner Pott den Werdegang der Planungen von den „alten“ Emslandhallen bis hin zu dem jetzt favorisierten Standort an der B 214. „Wir alle waren entsetzt, als wir erfahren haben, dass der Erweiterung der Emslandhallen sowie der weitere Betrieb am bestehenden Standort unüberwindbare rechtliche und tatsächliche Restriktionen gegenüberstehen“, erklärte Pott. Aus diesen Gründen seien andere mögliche Standorte überprüft worden, wobei bei der Gegenüberstellung dieser Alternativen alles für den Bau der Emslandarena an der Frerener Straße gesprochen habe. Für die CDU erklärte Fraktionschef Werner Schlarmann, dass auch der Landkreis und das Land den Bau einer neuen Halle positiv einschätzten, weshalb diese zu diesem Projekt zusammen zehn Millionen Euro beisteuerten. Zudem sei die neue Emslandarena ein wichtiger Standortvorteil, weshalb jetzt, unter Berücksichtigung der Tatsache, dass am alten Standort bald viele Veranstaltungen wegbrechen könnten, dringender Handlungsbedarf bestehe.
Abschließend bat Schlarmann den Oberbürgermeister, sich mit einem Brief an alle Bürger der Stadt zu wenden, um ihnen die Grundlagen der getroffenen Entscheidungen noch einmal darzulegen.
Für die SPD erklärte Fraktionsvorsitzender Hajo Wiedorn, dass die Halle für die Stadt Lingen von großer Bedeutung sei und man deshalb die Entscheidung für den Bau an diesem Standort mittrage. Lärm und Verkehr sollten nach Aussagen der Gutachter in den Griff zu kriegen sein. Allerdings behalte sich die SPD „ausdrücklich“ vor, „bei im weiteren Verfahren auftretenden gravierenden Problemen andere Entscheidungen zu treffen“.
Als eine große Chance für die Stadt wertete FDP-Chef Jens Beeck den Bau einer neuen Halle an dieser Stelle. Sie bedeute für jeden Bürger einen „Mehrwert“ und leiste zusätzlich eine indirekte Wirtschaftsförderung als „weicher Standortfaktor“.
Gegen eine neue Halle zu diesem Preis und gegen den Standort an der Frerener Straße stimmte Michael Fuest (Grüne). Außerdem kritisierte er, dass noch kein Verkehrskonzept erarbeitet worden sei. Robert Koop, fraktionslos, sprach sich für einen Ausbau der alten Hallen, für ein Ende der Abendveranstaltungen um 21 Uhr und eine polizeiliche Unterstützung bei der Abwicklung des Verkehrs an der Lindenstraße aus.
Emslandarena unverzichtbar
Verfasst von Christian Rademaker unter Emsland am 28. Mai 2009
JULIS: Emslandarena unverzichtbar
Junge Liberale sehen den Neubau der Emsland-Arena an der Frerener Straße als sinnvolle und einzige Alternative.
Lingen. Mit Unverständnis reagiert der Juli-Kreisverband Ems-Vechte auf das Festhalten der Jungen Union an den bisherigen Plänen zur Emsland-Arena.
Die liberale Jugendorganisation der FDP hätte zwar auch gerne am bisherigen Standort festgehalten, “ nach genauerer Untersuchung fällt jedoch auf, dass die JU es sich zu leicht macht, erwähnt sie doch mit keinem Wort die Lärmschutzproblematik am Kanalgebiet,“ so der stellvertretende Kreisvorsitzende Daniel Krieger.
Selbst bei erheblichen Investitionen in die bisherigen Hallen und deren Umgebung, in Rede stünden etwa 12 m hohe Beton-Parkhäuser zum Lärmschutz, bleibe es dabei, dass kostspielige Ertüchtigungen des jetzigen Standorts dennoch nicht zu einer Verbesserung des Konzert- und Eventspielplans in Lingen führen würden, sondern trotzdem eine Verschlechterung gegenüber der bestehenden Situation eintritt. Ginge es nach der Jungen Union würde Lingen als Ort für große Veranstaltungen zukünftig keine wesentliche Rolle mehr spielen.
So müssten künftig im Regelfall Veranstaltungen spätestens um 21 Uhr beendet werden, heißt es in einer Presseerklärung der Julis.
Da viele Veranstaltungen, wie beispielsweise das jüngste Nightwish-Konzert in Lingen, so in Zukunft also nicht mehr möglich wären, würden viele kulturelle und vor allem für Jugendliche interessante Ereignisse in Lingen wegfallen. Welche Bedeutung Lingen als Standort derzeit habe, erkenne man beim Blick auf die Tournee-Pläne einiger Bands – da steht Lingen zZt in einer Reihe mit Köln, Erfurt, Karlsruhe und sogar London und Paris.
Dass die jetzigen Emslandhallen einen positiven Nebeneffekt für die Gastronomie hätten, sei zwar korrekt, allerdings gehe es hier auch um die grundsätzliche Frage, ob die Hallen überhaupt ausgelastet seien und ob noch Leute von außerhalb zu uns kommen. Diese übernachten dann ja auch in Hotels oder in der Jugendherberge. Die Kostenargumentation der Jungen Union sei zudem reine Spekulation, da es belastbare Zahlen für einen Standortvergleich unter den jetzt erkannten schwierigen Bedingungen am bestehenden Standort gar nicht gebe.
Auch der Verweis auf das Osnabrücker Gutachten liege völlig neben der Sache. „Die höhere Standortqualität Lingens gegenüber Osnabrück erkennt man allein an den Highlights der jüngeren Vergangenheit (José Carreras) und der nahen Zukunft (Simply Red). Zudem ist die bauliche Situation in Osnabrück und Lingen gar nicht vergleichbar,“ ergänzt der stv. Kreisvorsitzende Henning Meß. Die überdurchschnittlich gute mögliche Auslastung der Emslandarena sei im Übrigen durch eigene im Auftrag der Stadt Lingen erstellte Gutachten, und nicht zuletzt das hochwertige Veranstaltungsangebot in Lingen in den letzten Jahren, nachgewiesen.
„Für den Standort an der Frerener Str. spricht unter anderem die gute Verkehrsanbindung an der B214 und die wesentlich einfacheren Lärmschutzvorschriften“, so Meß weiter.
Am Ende gehe es schlicht um die Frage, ob Lingen als Veranstaltungsort attraktiv erhalten und ausgebaut werden soll, oder ob man auf regelmässige attraktive Großveranstaltungen künftig verzichten will. „Wir Julis wollen das nicht, sondern eine Weiterentwicklung mit attraktiven Veranstaltungen in Lingen,“ so Daniel Krieger abschliessend.





